Dos und Don’ts im Straßenverkehr

Verkehrsregeln in Abu Dhabi und den Arabischen Emiraten

Natürlich ist es ziemlich aufregend, einen Mietwagen durch ein fremdes Land zu steuern! Denn man muss als Urlauber einerseits fürchten, wegen der Sehenswürdigkeiten links und rechts mit einer geringeren Aufmerksamkeitsspanne als gewohnt unterwegs zu sein. Andererseits befremdet einen zumindest anfangs der forsche Fahrstil der Einheimischen in den UAE und man kämpft vielleicht mit der oft ungewohnten und damit verwirrenden Verkehrsführung mit den vielen riesigen Roundabouts. Umso wichtiger ist es, sich vor der Reise mit den wichtigsten Regelungen und Besonderheiten des Straßenverkehrs in Abu Dhabi und den VAE betreffen, auseinanderzusetzen.

Das Wichtigste zu Beginn: Da die Emirate im internationalen Vergleich hinsichtlich der Zahl der Verkehrsunfälle mit Toten recht weit oben stehen, gilt vor allem im chaotischen Großstadtverkehr: Stets defensiv und umsichtig fahren und Anschnallpflicht beachten! Es versteht sich von selbst, dass am Steuer ein absolutes Alkoholverbot herrscht – schließlich erhält man in Abu Dhabi und Co. ohnehin nur in ausgewählten touristischen Einrichtungen wie Hotels und Restaurants Alkohol. Bestraft wird auch das Telefonieren während der Fahrt.

Gefahrenquelle Straßenverkehr: Besonderheiten in Abu Dhabi

Wer in den VAE zu schnell fährt, riskiert geblitzt zu werden.
Klick! Blitzer in Dubai

Innerhalb der Städte beträgt die zulässige Höchstgeschwindigkeit zwischen 50 km/h und 80 km/h, auf den Landstraßen und Autobahnen 100 km/h bzw. 120 km/h (unbedingt immer auf Ausschilderung achten!). Achtung: Auch in den Emiraten gibt es unterschiedlich tolerante Radarkontrollen sowie viele fest installierte Blitzer. Darüber hinaus werden sowohl innerorts als auch bei Fahrten über Land Geschwindigkeitsreduzierungen oft mit sogenannten „Humps“, also Erhebungen auf der Straße, erzwungen. Diese kündigen sich durch Schilder an und sind im eigenen Interesse sehr langsam zu überfahren, damit das Auto nicht abhebt. 🙂 Die Strafen für zu schnelles Fahren sind im Bußgeldkatalog festgehalten.

Gut zu wissen: In den zahlreichen Kreisverkehren (auf Schildern mit R/A abgekürzt) haben immer die Verkehrsteilnehmer Vorfahrt, die sich im Inneren des Kreisels befinden. Dies gilt auch für die Fahrzeuge auf der innersten Spur, die so unversehens von dort ausscheren können, um den Roundabout zu verlassen. Im Emirat Abu Dhabi gilt zudem noch eine Sonderregel, nach der Lkw nicht überholen dürfen. Fahren Touristen ihnen zu langsam, überholen sie deren Mietwagen schon einmal rechts auf dem Standstreifen.

Bewegliche Sanddünen wandern in Abu Dhabi gelegentlich auch auf die Straßen.
Vorsicht: Mobile Dünen!

Die Beschilderung ist im ganzen Land zweisprachig, auch in den entlegenen Wüstengegenden. Jedoch lauern bei der Fahrt durch die Rub-al-Khali Wüste andere Gefahren, derer man sich bewusst sein sollte. Trotz der Kamelzäune am Rande der Wüstenstraßen kann es passieren, dass ein Tier unversehens auf der Straße auftaucht. Daher gilt: Vorausschauend und bremsbereit fahren! Wachsam sein sollten insbesondere auch Mietwagen-Fahrer, die einen Kleinwagen gemietet haben und keinen allradgetriebenen Jeep, denn „mobile Sanddunes“ können die Fahrbahn stellenweise blockieren. Schließlich möchte man sich nicht unbedingt in einer Sandverwehung festfahren, die durchaus nach einem Sandsturm spontan auf einer asphaltierten Straße entstehen kann.

10 Dinge, die Mietwagen-Fahrer in Abu Dhabi verdammt nerven

  • Das ständige Hupen. In den VAE wird die Hupe scheinbar als normales Kommunikationsmittel verstanden – es wird gehupt, was das Zeug hält (wobei das in den letzten Jahren schon besser geworden ist). Fährt man an einer auf Grün umschaltenden Ampel nicht innerhalb einer Zehntelsekunde an, hupt es hinter einem garantiert ungeduldig (oder hinweisend?). Möchte ein anderer Verkehrsteilnehmer Dich einscheren lassen: Huuuup! Überholt man einem Raser zu langsam; Ihr ahnt es schon, der treibt Euch dann mit seiner Hupe zur Eile an. Es ist verdammt schwer, aber: Lasst Euch davon nicht beeindrucken und bewahrt Ruhe. Wenn es Euch hilft, das ganze zu ertragen, hupt einfach munter mit. 🙂
  • Die unangeschnallten Kinder. Ich werde es nie verstehen! Man ist in einem fortschrittlichen Land unterwegs, aber wenn es ans Thema Verkehrssicherheit für die Kleinen geht, leben die Einheimischen scheinbar in der Steinzeit. Sie haben die fettesten SUVs, möchten aber offenbar nicht in ordentliche Kindersitze investieren. Und so sieht man immer wieder Kinder, die in der Fahrgastzelle von Taxis und Privatautos lustig umherturnen oder während der Fahrt halb aus dem Fenster hängen.
  • Die tuckernden Motoren. Ist man im Hochsommer in Abu Dhabi unterwegs, nimmt man immer wieder Autos wahr, die mit angelassenem Motor abgestellt werden, damit die Klimaanlage weiterläuft, während der Fahrer kurz in den Supermarkt hüpft. Einem zur Energiesparsamkeit erzogenen Europäer sträuben sich bei diesem Schauspiel die Nackenhaare.
  • Das oben schon genannte Verbot für Busse und Laster, zu überholen, hat die überaus unangenehme Folge, dass diese Fahrzeuge einen auf der rechten Spur übelst bedrängen, wenn man ihnen zu langsam ist. Fährt man schon am Speedlimit hat man nur eine Möglichkeit: Man wechselt die Spur und wird von diesen Nutzfahrzeug-Dränglern dann ganz selbstverständlich rechts überholt. Ziemlich gruselig!
  • Nur vermeintlich endende Spuren. Auf den mehrspurigen Straßen, die nach Abu Dhabi City hineinführen bzw. von dort wegführen, stehen immer wieder Schilder, die suggerieren, dass die rechte Spur bald endet. Dem ist jedoch ganz häufig nicht so und die Spur kann weiter befahren werden. Naja, wenn es weiter nichts ist…
  • Die sog. Truck Roads, zum Beispiel die E30. Auf diesen Straßen sind fast ausschließlich LKWs unterwegs, weil sie auf anderen Schnellstraßen Fahrverbot haben. PKWs können eine Truck Road auch befahren, müssen sich aber dessen bewusst sein, dass sie sich entweder in die langsamere „Perlenschnur“ der Trucks einreihen müssen oder beim Überholen innerhalb der Geschwindigkeitsbegrenzung bald schon von einem eiligen Emirati von hinten bedrängelt werden und sich dann wieder zwischen die LKWs quetschen müssen, um Platz zu machen. Entspannt fahren geht anders – auch wenn die Trucks freiwillig sehr weit rechts fahren, um den Autos das Überholen zu erleichtern.
  • Die ab und an inkonsitente Beschilderung. Beispiel: Ein Hotel ist im Grunde ausgeschildert, aber an einer einzigen Kreuzung oder einem einzigen Kreisverkehr fehlt dann eben doch ein entscheidendes Hinweisschild. Weiterhin hatte ich das Gefühl, dass es in manchen Fällen unnötig unterschiedliche Bezeichnungen auf Schildern gab, die Touristen verwirren. Beispiel: Auf manchen Schildern heißt die E30 einfach nur „Truck Road“, auf anderen steht „E30“. Oder sowas: Das „Achtung Fußgängerüberweg!“ Schild scheint in mehreren Varianten zu existieren. Das ist nicht weiter schlimm, muss aber auch nicht sein, oder?
  • Veraltetes Kartematerial. In den Emiraten wird ständig so viel – natürlich auch an den Straßen – gebaut, dass es nicht unbedingt hilfreich ist, ein teures Navi bei der Mietwagenfirma mit anzumieten. Das kann unterstützend nützlich sein, vor allem auch, um eine Tankstelle zu lokalisieren; es wird Euch aber nicht überall 100%ig verlässlich im Emirat hinbringen können. Wir haben uns daher oft auch ohne Navigationsgerät durchgeschlagen, indem wie die Route vorher auf der Karte studiert haben, die Straßenbeschilderung (braune Schilder stehen für Touristenattraktionen & Hotels) aufmerksam gelesen haben und der Beifahrer offline das GPS von Google Maps auf dem Handy bedient hat. Manchmal haben wir uns natürlich verfahren, aber wir sind letztlich immer angekommen.
  • Warten an den Tankstellen (die an Schnellstraßen zugleich attraktive Rastplätze sind). Nicht selten bilden sich an den Tankstellen in der City, längere Schlangen an den Zapfsäulen. Warum das so ist, ist unklar, denn der Service selbst kam mir immer sehr fix vor. Vielleicht gibt es einfach zu wenige.
  • Missverständliche Möglichkeit zum Richtungswechsel. Leicht irritiert hat uns immer, wenn auf einer Straße plötzlich Schilder auftauchten, die einfach nur Orte in der Gegenfahrtrichtung ankündigten. Man bekommt kurz einen Schreck und denkt, dass man in die falsche Richtung fährt, aber gemeint ist nur, dass demnächst ein Möglichkeit zum Umdrehen kommt.

Bei Unfällen unbedingt die Polizei verständigen!

Lasst Euch trotz allem nicht stressen und nicht hetzen. Ihr seid erstens im Urlaub und möchtet zweitens auch unversehrt wieder nach Hause kehren. Nutzt das großzügige Angebot an Parkplätzen in der Stadt für viele Pausen und um eventuelle Ärgernisse während des Autofahrens zu vergessen. Das Fahren in den Emiraten ist kein Hexenwerk und inzwischen tatsächlich entspannter als noch vor 5 Jahren. Langsam kommt man auch dort dahinter, wie wichtig das Aufstellen und Kontrollieren von Geschwundigkeitslimits und anderen Regulierungen ist.

Sollte trotz aller Vorsicht dennoch ein Unfall passieren, so ist unbedingt die Polizei zu rufen, damit ein Protokoll angefertigt werden kann. Andernfalls drohen heftige Strafen und der Versicherungsschutz erlischt. Die wichtigsten Rufnummern, die ohne Verwahl gewählt werden, lauten:

– Polizei: 999
– Krankenwagen: 998 in Abu Dhabi und Fujairah, in den übrigen Emiraten 999
– Feuerwehr: 997

Sarah
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Sarah

In Luxus-Hotels residieren. Durch Sanddünen wandeln. Dem Muezzin-Ruf lauschen. Die Hitze aushalten. Arabische Vorspeisen genießen. Architektonischen Wahnsinn bestaunen. Abu Dhabi lieben! 🙂
Sarah
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