Bu Tinah Island

Bu Tinah ist eine traumhaft schöne, kleine Inselgruppe vor der Küste von Abu Dhabi, etwa 130 km von der Hauptstadt entfernt. Es handelt sich eigentlich um eine Ansammlung von Inseln bzw. miteinander verbundenen Untiefen innerhalb der ausgedehnten Korallenformationen und Seegraswiesen dieser Golfregion. Hier wachsen 5 Meter hohe Mangroven und in den sehr flachen Gewässern wohnen seltene und weltweit gefährdete Meereslebewesen und Seevögel.

Au Bu Tinah leben, brüten oder überwintern unter anderem:

Flamingos
Fischadler
Sokotrakormorane
Riffreiher
Delphine
Karettschildkröten
Dugongs (Seekühe)

Kein Wunder, dass Bu Tinah zu einem zum Biosphärenreservat des Meeres erklärt wurde. Schon seit der Anerkennung der Insel als UNESCO-Welterbe 2001 ist sie für Besucher nicht mehr zugänglich. Die Aufrechterhaltung dieser Sperre wird von Ranger-Patrouillen streng bewacht. Auch wenn dies für uns Touristen natürlich schade sein mag, hat es natürlich seine Richtigkeit, dass hier der Naturschutz an erster Stelle steht.

Nur wenige auserwählte Forscher haben auf Bu Tinah Zutritt – der menschliche Eingriff soll in dieses einzigartige Reservat soll aus Respekt vor der Umwelt möglichst gering bleiben. Hier wird Klimaforschung betrieben, es wird zu den oben genannten Tierarten geforscht sowie zu den 16 Arten von Korallen, die hier unter in punkto Wassertemperatur und Salzgehalt eigentlich unhaltbaren Bedingungen überleben.

Und bevor Ihr jetzt traurig seid, dieses Kleinod nicht selbst erkunden zu dürfen: Vielleicht wäre ein Besuch von Sir Bani Yas Island eine Alternative für Euch?

Vegan essen in Abu Dhabi?

Leserfrage: Rein pflanzlich essen in Abu Dhabi?

Hallo Sarah, ich bin vegan unterwegs, da gibt es aber denke ich genug Möglichkeiten in Abu Dhabi, oder?

Meine Antwort:

Eine sehr gute Frage, darüber wollte ich schon ewig schreiben. Danke, dass Du mir mit Deiner Mail einen Anlass dafür bietest.

Ich bin zwar „nur“ Vegetarierin, versuche aber, so oft es nur geht, vegan zu essen bzw. zu konsumieren. Zuhause in Deutschland ist das natürlich kein Problem. Leider muss ich aber zugeben, dass ich in den VAE meist vegetarisch gegessen habe (was immerhin hervorragend funktioniert hat – vor allem in den Hotel-Restaurants sind entsprechende Gerichte sogar meist mir einem grünen Blatt oder einem V gekennzeichnet).

Die veganen Optionen in Abu Dhabi & Dubai habe ich in den Restaurants vor Ort nur still für mich ausgelotet, ohne dass ich beim Personal offensiv die Fragerunde eröffnet hätte oder gar in die Erklärbär-Rolle oder Diskussion eingestiegen wäre. Aus zwei Gründen habe ich so gehandelt:

1. Es war einfach ganz offensichtlich, dass man dort mit Veganismus nicht viel anfangen können würde, denn in der arabischen Welt isst man traditionell so, dass es erst viele kleine Vorspeisen, sogenannte Mezze gibt (von denen übrigens viele auch vegan sind!) und dann wird im Hauptgang dem üppigen Fleischgericht gefrönt. Ich habe daher ähnliche Beobachtungen gemacht wie die Autorin dieses Artikels.
Im touristisch noch stärker frequentierten Dubai gab es vor Jahren auch mal ein richtiges Veggie-Restaurant mit gehobener Küche, geführt von einer Deutschen, das leider inzwischen wieder dicht gemacht hat. Ich finde, das sagt schon viel aus…

2. Die meisten veganen Optionen gibt es in Abu Dhabi im Dunstkreis der vielen, auch sehr preiswerten, indischen Restaurants, die sich manchmal sogar als rein vegetarische Restaurants klassifizieren. Aber leider mag mein Mann kein indisches Essen, weswegen diese Möglichkeit wegfallen musste. :-( Aber auch in diesen Lokalen hätte man sich als Veganer sicherheitshalber eingehender erklären müssen, das sagen zum einen die Bewertungen bei Happy Cow aus und verraten zum anderen die Online-Speisekarten einiger dieser Restaurants, worauf „vegan“ als Kennzeichnung nicht auftaucht.

Ein paar heiße Tipps habe ich aber: Veganes Essen, das auch explizit als solches gekennzeichnet ist, bekommt Ihr in dem Supermarkt „Organic Foods & Café“. Schaut mal auf deren Facebook-Seite vorbei – dort posten sie immer ihre „Specials Of The Day“, darunter meist sowohl eine vegane Vorspeise, Hauptspeise sowie ein Nachtisch. Dieses Café ist zwar nicht rein vegan, aber wenigstens scheint man sich auf die Materie zu verstehen. ;-)

Vegane Salate und veganes Gebäck könnt Ihr bei Argo Tea essen. Einen veganen Cupcake hat auch Bloomsbury’s im Angebot. Dann habe ich noch einen merkwürdigen Fund gemacht: Das Beach House Restaurant des Park Hyatt Hotels gibt sich in den einleitenden Worten seiner Dinner-Speisekarte sehr „nachhaltigkeitsfreundlich“ und interessiert daran, auch Menschen mit spezeiellen Essenwünschen entgegenzukommen. Hier sind vegane Gerichte als solche gekennzeichnet – auch wenn es leider aktuell nur zwei sind. Stutzig macht mich nur die Tatsache, dass Fischgerichte hier als vegetarisch deklariert werden…

Ansonsten haben Veganer in Abu Dhabi in meinen Augen folgende Optionen:

1. Ihr geht indisch in den eben genannten sehr günstigen, von Expats betriebenen Restaurants essen. Sag aber unbedingt dazu, dass Du Dir vegane Speisen wünscht, es droht „Ghee-Gefahr“! Ein indisches Restaurant, dass seine veganen Speisen auf der Karte auszeichnet, ist beispielsweise das Angar auf Yas Island.

2. Ihr haltet Euch an die internationalen Fast Food Ketten wie etwa Subway, Starbucks, Vapiano (allerdings in Dubai), die (wenn auch wenig) Veganes anbieten.

3. Ihr geht in die arabisch-orientalischen Restaurants wie zum Libanesen oder Pakistaner und Du bestellst Dir einen Haufen Mezze-Vorspeisen, als da wären: Falafel, Hummus, Reis in Weinblättern, gebratene Auberginen, orientalische Bohnensuppe… Schau Dir zum Beispiel mal das Angebot an kalten und heißen Mezze im Libanese Flower an. Da gibt es echt mega viel Auswahl, man kann sich auch als Veganer richtig vollfressen und es würde mich wirklich wundern, wenn in diesen Speisen tierische Produkte drin wären.

4. Ihr geht zum Italiener, die gibt es dort (wie auch Chinesen – es ist alles sehr international) auch überall, dort bekommst Du ja immer Pizza ohne Käse oder Pasta mit Tomatensauce bzw. Knoblauch & Öl.

5. Ihr kocht selber. Es gibt in Abu Dhabi auch viele 4-5-Sterne-Apartement-Komplexe (z.B. „Times Inn Apartments“). Sie werden ähnlich wie Hotels geführt, also mit Rezeption und bieten auch (optional) Frühstück und Room-Service usw. Die sind meist nicht billiger als Hotelzimmer, aber sie haben eben eine Kochnische. Soja- und Reismilch etc. bekommst Du in den großen Supermärkten wie Carrefour oder LuLu (die Filiale in der Al Wahda Mall soll auch Tofuspezialitäten  im Sortiment haben). Eine größere vegane Auswahl ist im Organic Foods & Café zu finden, von dem es in Abu Dhabi mittlerweile immerhin zwei Filialen gibt. Offenbar tut sich doch langsam was, als ich das letzte Mal da war, gab es nur einen dieser Läden – und zwar in dem berühmten Ökostadtprojekt Masdar City, das außerhalb der Innenstadt liegt.

Meine Beobachtungen haben zudem gezeigt: Das Hotelfrühstück in den 5 Sterne-Hotels ist für Veganer auch in Ordnung, wenn auch sicher keine Offenbarung – zumindest dort, wo ich bisher eingekehrt bin. Es gab immer eine angemessene Marmeladenauswahl, arabische Cremes von Hummus bis Baba Ghanoush, Fladenbrote, Obstsalat, Müsli, meist auch Soja-Milch, dazu gab es in der Ecke mit den heißen Spezialitäten immer auch die schon genannte Suppe Foul Medammas sowie Röstis und ein indisches Curry, das zumindest vegetarisch war.

Übrigens: Wer mit Etihad oder Emirates hinfliegt, kann sich für den Flug ein veganes Menü bestellen. Klappt wunderbar, schmeckt gut und man bekommt sein Futter vor allen anderen!

Mobil telefonieren & surfen als Urlauber in Abu Dhabi

Leserfrage: SIM-Karte in Abu Dhabi kaufen?

Bin gestern nach Buchung unserer Urlaubsreise nach Abu Dhabi auf deinen Blog geraten und lese seit dem Deine Beiträge. Leider habe ich bisher keinen Beitrag über mobiles Telefonieren gefunden.
Frage: Kannst Du mir sagen, ob man in Abu Dhabi unkompliziert eine Sim Karte erwerben kann mit der man sowohl telefonieren als auch im Internet surfen kann? Ich freue mich auf Deine Antwort und lese bis dahin weiterhin Deine Beiträge.

Meine Antwort:

Du hast natürlich recht! Auch zu diesem Thema sollte es unbedingt einen Beitrag geben und voilà: Hier ist er! Wer für die Zeit des Urlaubs in Abu Dhabi günstig mit dem Handy telefonieren, simsen oder surfen möchten, hat folgende Möglichkeit: Die VISITOR LINE Prepaid-Card der emiratischen Telefongesellschaft Etisalat.

Für AED 100 (entspricht grob 25 Euro) bekommst Du damit eine Karte, mit der Du telefonieren, SMS versenden und mobile Daten übertragen kannst. Diese Leistungen kannst Du beim Kauf der Karte als Paket ganz nach den eigenen Bedürfnissen auswählen. Die Details (Stand: April 2018):

– Paket 1 (talk, text & surf): 40 Freiminuten (lokal und weltweit), 40 Frei-SMS (lokal und weltweit) sowie 700MB mobile Daten
– Paket 2 (talk & text): 60 Freiminuten (lokal und weltweit), 60 Frei-SMS (lokal und weltweit)
–  Paket 3 (surf): 1GB mobile Daten

Jedes Paket beinhaltet 5 Stunden freies Etisalat Wi-Fi an öffentlichen und touristischen Plätzen. Des Weiteren gibt es Sparangebote & Gutscheine direkt aufs Handy, darunter eine Fahrt mit Careem (Vermittlungsdienst zur Personenbeförderung wie Uber) im Wert von AED 100.

Es gibt auch die Option, sog. Pay-As-You-Go-Tarife über die Visitor-Line zu nutzen, dann muss man sich für keines der genannten Pakete entscheiden. Hier die Preise:

Anrufe innerorts AED 0,60/Min
SMS innerorts AED 0,18 pro SMS
Anrufe international tba
SMS international AED 0,60 pro SMS
Daten AED 1/MB

Die Visitor-Line Prepaid-Karte ist für 90 Tage gültig; die Pakete haben jeweils eine Lebensdauer von 14 Tagen. Für AED 75 können sie immer wieder nachgekauft werden, zum Beispiel über die Etisalat-App oder über Recharge Cards. Erwerben kannst Du die Visitor Line Karte oder die Guthabenkarten u.a. direkt in den Etisalat-Outlets am Flughafen (Terminal 3, Arrival) kaufen oder bei autorisierten Wiederverkäufern, etwa in den Malls. Hier findest Du die Verkaufspunkte.

Muss das sein? Geht es nicht günstiger?

Früher gab es die Karte mal für lediglich AED 35 zu kaufen. Allerdings war damals auch das Inklusiv-Volumen geringer. Wer beim Kauf von Minuten, SMS sowie Datenvolumen sparen möchte, sollte folgendes probieren. Am besten mal schauen, was der aktuelle Provider für ein „Reisedatenpaket“ für die UAE verlangt. Bei vielen ist das teurer als der hier beschriebene Deal von Etisalat, aber checke es vorsichtshalber.

Übrigens: In Deinem Hotel in Abu Dhabi gibt es ohnehin gratis WLAN. Das gilt auch für viele öffentliche Plätze oder Restaurants und Einkaufszentren. Die Chance, dass die 700 MB aus Paket 1 auf der Karte ausreichen, stehen also ganz gut! ;-)

Kennt jemand noch ein anderes günstiges Angebot rund um das Thema Mobile in den Emiraten? Ob Reisepaket über einen deutschen Vertragsanbieter oder eine Prepaid-Karte, die man vor Ort erwerben kann – ich freue mich über Rückmeldung!

Gefährliches Abu Dhabi? Reisen in Zeiten von Terrorwarnungen

Da das Auswärtige Amt im September 2014 explizit auch für Abu Dhabi eine Terrorwarnung ausgesprochen hatte, und mich daraufhin eine verunsicherte Leserin um Rat gebeten hatte, möchte ich Euch hier gern meine Meinung zu der Frage „Ist Abu Dhabi gefährlich als Urlaubsziel?“ präsentieren.

Wie kam es zu der Reisewarnung für Abu Dhabi und andere beliebte Reiseländer? Die gefährliche Terrorgruppe ISIS hatte unlängst gedroht, Länder, die mit den USA verbündet sind, zur Zielscheibe ihrer Anschläge machen zu wollen. Da die Vereinigten Arabischen Emirate im Vergleich zu anderen Arabischen Staaten eine verhältnismäßig westliche Orientierung aufweisen, sich Touristen aus aller Welt gegenüber offen zeigen und zudem über viele bauliche Statussymbole (die nach Meinung von Terrorexperten ein beliebtes Ziel abgeben) verfügen, lag es nahe, eine besondere Warnung auszusprechen.

Inzwischen (Stand: November 2014) ist die Reisewarnung von der Abu Dhabi gewidmeten Unterseite der Homepage des Amtes verschwunden. Dafür wurde eine ganz allgemeine Warnseite für einen „weltweiten Sicherheitshinweis“ angelegt, die sich nicht mehr explizit auf einzelne Länder bezieht, sondern recht allgemein auf die Gefahren des ISIS-Terrors aufmerksam macht und zur Vorsicht aufruft.

Zurück zu der ängstlichen Leserin: Sie hatte die Reise schon gebucht und bezahlt, dann von der Terrorwarnung für Abu Dhabi erfahren und schließlich mir geschrieben, dass sie nun regelrechte Panik habe, in den Flieger zu steigen.

Geantwortet habe ich ihr Folgendes:

Natürlich kann ich Deine Angst gut nachvollziehen. Ich lebe zwar nicht in Abu Dhabi, war aber als Reisende in Bezug auf andere Reiseziele schon in dieser misslichen Entscheidungslage: Fliegen trotz Warnung oder vorsichtshalber zu Hause bleiben und das für die Reise bezahlte Geld und auch die Vorfreude verloren geben?

Ich habe jedoch meine Reisen aufgrund solcher Meldungen nie abgesagt, auch wenn ich vorher dann natürlich ein ungutes Gefühl hatte. Jetzt behaupte ich, für meinen Teil richtig gehandelt zu haben, weil immer alles glatt gegangen ist. Natürlich musst Du das letzten Endes selbst entscheiden, aber hier sind mal ein paar Gedanken, die ich jetzt an Deiner Stelle vermutlich in meinem Herzen bewegen würde:

  • Es handelt sich nur um eine sehr allgemeine Warnung (natürlich muss das Auswärtige Amt diese aussprechen, damit im unwahrscheinlichen Fall des Falles keiner meckern kann, er sei nicht gewarnt worden); es gibt noch andere, dringlichere Stufen von Warnungen des AA – etwa wo wirklich zur dringenden Ausreise aus dem betreffenden Land geraten wird!
  • Viele megabeliebte Reiseländer wie Ägypten, Thailand und Marokko haben eben diese Meldung bekommen, ich glaube nicht, dass jetzt tausende von Urlaubern einen Rückzieher machen bzw. ihren Herbsttrip in die Sonne auf Eis legen. Vielleicht hilft Dir der Gedanke, nicht allein zu sein?
  • Sollte es wirklich zu einem Anschlag kommen, dann könnte Dubai das attraktivere Ziel für die Terroristen sein, weil Abu Dhabi – wenn auch die Hauptstadt der VAE – dagegen eher beschaulich und nicht so ein großer Touristenmagnet ist. Wenn Du Dich vor Ort unwohl fühlst oder die Nachrichten dringendere Vorwarnungen bringen, lässt Du einfach den Dubai-Trip ausfallen und meidest (auch in Abu Dhabi sofern vorhanden) die Menschenansammlungen vor den berühmten Highlights. Das kannst Du ja dann spontan entscheiden.
  • Letztlich musst du tatsächlich zur falschen Zeit am falschen Ort sein, wenn „es“ passiert. Auch in Europa besteht die reale Gefahr, Opfer eines Anschlags zu werden (und wie die Vergangenheit zeigt, sind Terrorakte etwa in Frankreich ja auch schon aus heiterem Himmel verübt worden) – immerhin hat die ISIS ja dem Westen generell gedroht…
  • Ich habe mich in den Emiraten generell immer sehr sicher gefühlt, da gibt es für alles und jeden (sogar für unerklärliche Betterverschläge mitten in der Wüste, hehe) einen Security Guard. Teils kam mir das schon übertrieben vor. Von erfolgreichen Anschlägen oder Entführungen in dieser Region ist mir zudem bis dato nichts bekannt, einzig einen terroristischen Übergriff mit tödlicher Folge auf eine Amerikanerin hat es vor ca. 13 Monaten in Dubai in einer Mall gegeben (Stand Januar 2016). Ich glaube, da reist Du in Ägypten oder Marokko je nach Region und Zeitpunkt oft gefährlicher.
  • Das ist es, was die Terroristen erreichen wollen: Sie wollen Angst schüren und so Macht uber uns gewinnen. Wenn alle dem anstandslos nachgeben würden, wäre das fatal, weil sie dann ihr Ziel ohne Widerstand erreicht hätten!

ACHTUNG: Diese Aussagen spiegeln nur meine persönlichen Überlegungen rund um das Reisen in als „gefährlich“ eingestufte Länder wider. Dies ist keine Aufforderung, alle Warnungen in den Wind zu schlagen – jeder muss individuell abwägen, ob er das Risiko eingehen möchte. Letztlich ist selbstverständlich jeder selbst für seine Entscheidungen verantwortlich!

Ruhiger Strandurlaub in Abu Dhabi

Leserfrage: Schönster Strand in Abu Dhabi?

Liebe Sarah, ich habe Deine Webseite gesehen. Sie ist sehr informativ, klasse! Vielen Dank dafür. Der Grund für den Besuch Deiner Webseite ist, weil ich einen günstigen Flug nach Abu Dhabi bekommen kann. Da kam ich auf die Idee, vom 30.11.-7.12. einen Strandurlaub in die VAE zu machen. Es sollte nicht allzu rummelig sein, das Wasser sauber. Welchen Strand kannst Du empfehlen? Gibt es einfache Pensionen oder Privatzimmer dort?

Meine Antwort:

Eine großartige Idee! :-) Zunächst einmal: Hast Du schon meine Unterseite speziell zu den Stränden entdeckt? Hier geht es zu meinem Empfehlungen rund um Abu Dhabi’s Strände!

Ich kann nicht behaupten, dass mir einer der von mir besuchten Stände je überfüllt vorkam, jedoch war ich meist im Frühling/Sommer dort, wenn die Temperaturen recht hoch sind und vermutlich weniger Touristen bzw. Einheimische draußen unterwegs. Ich würde raten, vorsichtshalber nicht zum Family Beach an der Corniche zu gehen, sondern lieber nach Saadiyat. Dadurch, dass hier der Eintritt etwas teurer ist, er weiter weg ist von der City und er auch nicht so viele Spielmöglichkeiten für Kids hat, dürfte hier generell weniger los sein. Übrigens: Ziehst Du als männlicher Strandbesucher allein los, so gewährt man Dir ohnehin keinen Zutritt zum Family Beach. Macht aber nichts, auf Saadiyat ist der Strandabschnitt sogar noch weitläufiger und die Landschaft durch die Dünen etwas ursprünglicher, was ja sogar noch besser ist zum Relaxen.

Generell kann ich aber sagen, dass Du in Abu Dhabi nie zu viel störenden Rummel durch rücksichtsloses oder nerviges Verhalten von Mitmenschen befürchten musst, es ist immer irgendein Guard „on duty“, der aufpasst, dass alle (naja, vor allem Single-Frauen und Familien) genug Privatsphäre haben und die strengen Regeln eingehalten werden. Die Strände haben alle einen eigenen Verhaltenscodex wie keine laute Musik, kein Alkohol usw…. Ein Strandbesuch in Abu Dhabi ist eben absolut nicht zu vergleichen mit den berühmt-berüchtigten Partyhochburg-Stränden in aller Welt.

Wenn Du einen reinen Strandurlaub in Abu Dhabi planst, könntest Du doch eigentlich auch mehrere Strände ausprobieren? So hast Du gleich auch noch ein bisschen Abwechslung ohne zu viele neue Eindrücke verarbeiten zu müssen.

Wenn es Dir explizit um Ruhe geht, solltest Du noch folgende Tipps berücksichtigen:

  • Meide das Wochenende und beachte, dass der Freitag in den VAE regulär der arbeitsfreie Tag ist
  • Solltest Du doch etwas Kohle übrig haben, gönn Dir einen Nachmittag in einem exklusiven Beach Club oder miete ich Dich in eines der Hotels mit Privatstrand ein – da hast Du es nicht nur ruhig, sondern wirst schön umsorgt

Übrigens: Das Wasser ist überall erstklassig, egal, wohin es dich letztlich zieht…

Zum Thema Privatzimmer kann ich nur sagen, dass Abu Dhabi eine absolute Hotel-Destination ist. Nie ist mir dort ein Schild „Privat-Penison“ oder „Zimmer frei“ aufgefallen, wie es zum Beispiel in Ungarn oder Kroatien alle Nase lang zu sehen ist. Das liegt daran, dass die Leute, die dort Häuser mit genügend Raum besitzen, Emiratis sind, die es gemeinhin bevorzugen, unter sich zu bleiben. Die vielen Gastarbeiter wohnen häufig doch in beengteren Verhältnissen. Natürlich kannst Du Dein Glück über Air BnB versuchen, auch wenn das Angebot für Abu Dhabi nicht gerade überwältigend und schon gar nicht merklich billiger als ein Hotelzimmer ist.

Medikamente nach Dubai & Abu Dhabi mitbringen: Mein Leitfaden

Das Thema Drogen und Medikamenteneinfuhr nach Dubai oder Abu Dhabi ist heikel: In den VAE sind nicht nur alle Substanzen, die wir hier landläufig als Drogen bezeichnen, illegal, sondern es steht eine ganze Reihe an Wirkstoffen auf der Liste verbotener Medikamente des Gesundheitsministeriums der Vereinigten Arabischen Emirate. Die Liste habe ich Euch unten verlinkt!

Konkret bedeutet dies: Narkotisierende Drogen wie Kokain, Heroin, Cannabis, Opiate und Derivate dürfen ebenso wenig wie die auf der Liste aufgeführten Medikamente weder bei der Einreise eingeführt werden noch das Land auf der Durchreise (Transit) passieren. Wird man bei Zuwiderhandeln erwischt, greift das Null-Toleranz-Betäubungsmittelgesetz und es drohen drakonische Strafen wie mehrjähriger Gefängnisaufenthalt. Bei der Suche nach schwarzen Schafen unter den Einreisenden kommt hochmodernes Equipment zum Einsatz.

Wichtig zu wissen: Auch wer Drogen oder verbotene Medikamente vor der Abreise eingenommen hat, kann in ernsthafte Schwierigkeiten geraten. Kommt man durch Zufall oder dumme Umstände in die Situation, einen Blut- oder Urintest ablegen zu müssen, und es werden verbotene Substanzen im Körper nachgewiesen, kann der Konsument wegen Drogenbesitzes angeklagt werden! Und: Wer gefasst wird, weil er in den Emiraten dealt, muss mit Verhängung der Todesstrafe rechnen.

Bitteres Ende: Drogen- und Medikamenteneinfuhr nach Dubai

Seid also vorsichtig, was Drogen angeht und nehmt Euch folgenden spektakulären Fall zu Herzen, der am Flughafen zu Festnahme und 4-jähriger Inhaftierung führte:
An der Schuhsohle eines britischen Mannes wurden 0,003 Gramm Cannabis im Jahr 2007 gefunden.

Aber auch wenn es um vom Arzt verordnete Arznei geht, kann ein Reisender in Dubai und Abu Dhabi vorläufig im Gefängnis landen, wenn deren Wirkstoffe auf der Liste der verbotenen Medikamente stehen und der Festgehaltene nicht ad hoc beglaubigte Dokumente darüber vorweisen kann, dass er die Medizin wirklich braucht. Dann ist es am Angeklagten, zu beweisen, dass es sich um eine ärztliche Verschreibung handelt:
Eine Britin wurde 2005 bei einem Urintest am Flughafen in Dubai positiv auf Codein getestet. Obwohl ihr diese Substanz sogar während ihres Aufenthalts in Dubai in einem Krankenhaus verabreicht wurde, warf man ihr eigenverantwortliches Verabreichen vor. Zwei Monate wurde sie im Gefängnis festgehalten, bis ihr Hausarzt in England die emiratischen Behörden schriftlich bestätigte, dass seine Patientin ein ernsthaftes Rückenleiden habe, und ihr daher derartige Schmerzmittel in Großbritannien verschrieben worden seien.

Besonders kurios für uns Europäer scheint der folgende Fall zu sein, gilt Mohn bei uns doch als ein ganz normales Nahrungsmittel. In Dubai und Co. aber sind die Samen der Mohnblume verboten, bringt also bitte auch keine Backwaren mit ins Land!
Ein Inder wurde 2013 zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, weil der ca. 100 Gramm Mohn im Gepäck hatte.

Prüft also bitte anhand der unter diesem Absatz verlinkten Liste genau, welche Medikamente Ihr in Eure Koffer packt, denn auch Medizin, die Ihr hier oder in anderen Ländern rezeptfrei bekommt, könnten in Dubai und den Nachbaremiraten Euer Schicksal besiegeln. Ich habe diese Auflistung für Euch von der Webseite des UAE Ministry Of Health (MOH) im Januar 2018 heruntergeladen und stelle sie hier als PDF zur Verfügung, weil sich auf den Seiten der Behörde ständig Änderungen ergeben, die Verlinkungen ins Leere laufen lassen und man sich anschließen einen Wolf sucht, um wieder an die Infos zu kommen. Bitte bedenkt, dass sich Dokumente wie dieses hier im Laufe der Zeit inhaltlich ändern könnten – vergewissert Euch also im Zweifel bei der Originalquelle, ob es Neuerungen gibt!

Klickt Euch hier mal rein und seht Euch die Liste an >>> Guidelines for Carrying of Personal Medicines with Travellers in to the United Arab Emirates – Travellers Guideline Original

Klar, wer Aspirin & Co. mitnimmt, dem wird sicher nichts geschehen, ich möchte aber darauf aufmerksam machen, welche Folgen es haben kann, wenn man rund um das sensible Thema Medikamente aus welchen unglücklichen Umständen auch immer auffällig wird. Selbst bei in den Emiraten gängigen Präparaten bleibt ein Restrisiko, ins Visier der Kontrolleure zu geraten – vielleicht, weil ein Sicherheitsbeamter durch viele oder seltenere bzw. ihm unbekannte Medikamente im Gepäck auf Euch aufmerksam wird und Euch genauer durchsucht. Wenn Ihr dann im Sinne der arabischen Gesetze Dreck am Stecken habt, seid Ihr in die Falle getappt!

Als beispielhaft dafür ist der Fall eines Briten anzusehen:
Er wurde am Flughafen aus dem Verkehr gezogen, weil er das in England (sowie auch in Dubai!) rezeptfrei erhältliche Jetlag-Mittel Melatonin bei sich führte, welches von den Sicherheitsbeamten zunächst irrtümlich als verbotenes Medikament identifiziert wurde. Es folgte ein Urintest, aber auch als dieser negativ ausfiel, ließ man nicht von dem Touristen ab und durchsuchte das Gepäck genauer. Eine verschwindend geringe Menge von 0.03 Canabis wurde gefunden und brachte ihn in Haft.

Wenn Ihr vom Arzt eine der auf der verbotenen Liste stehenden Substanzen verschrieben bekommen habt und mit der entsprechenden Arznei nach Dubai, Abu Dhabi & Co. reisen möchtet, so halte ich es für am klügsten, wenn Ihr Euch vor Eurem Urlaub mit dem Gesundheitsministerium der Emirate (MOH) auseinandersetzt. Nur dort wird man Euch sagen können, welche Schritte bzw. Dokumente nötig sind, um eine Ausnahme zu beantragen.

Seit kurzem (Stand: Januar 2018) gibt es auf der Webpräsenz des MOH  eine eigene Unterseite zu dem Thema inkl. genauer Beschreibung dessen, was zu tun ist, wenn man „fragwürdige“ Medikamente für den persönlichen Gebrauch importieren möchte. Man findet sie in der Kategorie Individual Services / Patient Support Services Package und sie trägt die Überschrift: Issuing permission to import medicines for personal use. Schaut Euch die  notwendigen Schritte für das Beantragungsprozedere sowie die benötigten Dokumente hier auf Englisch an.

Wichtig in diesem Zusammenhang: Um den Antrag auf Erlaubnis zu stellen, ist es essentiell, ein Formular auszufüllen, das auf der eben genannten Unterseite zwar genannt ist („form of requesting the issuance of a permission to import medicine for personal use„), aber nicht direkt zum Download angeboten wird. Wenn ich das nun richtig verstehe, kann man ausgehend von der Unterseite oben auf den Button Go to the e-service klicken, sich einen Account erstellen und das Formular innerhalb des Accounts ausfüllen.

Leider bin ich bisher persönlich daran gescheitert, mir da zu Testzwecken ein Konto anzulegen – das System behauptet immer, dass meine Mail-Adresse schon registriert sei, obwohl ich drei verschiedene Adressen ausprobiert habe. Immerhin habe ich den Trick mit dem Passwort herausgefunden: Die geforderten speziellen Zeichen wie Großbuchstabenm Nummern und Sonderzeichen müsst Ihr – unsinnigerweise – an den Anfang stellen. Solltet Ihr ebenso wenig Glück haben und es nicht schaffen, dort ein Login zu erstellen, dann rate ich Euch, dass Ihr den Customer-Service des MOH kontaktiert und dort nach dem Formular fragt. Dort richtet Ihr dann auch Fragen hin, die die übrigen benötigten Dokumente betreffen. Hier findet Ihr die Kontaktdaten und auch ein Kontaktformular.

Folgt bitte ausschließlich den Anweisungen, die man Euch dort gibt – im Internet kursieren verschiedene Versionen über die Vorgehensweise zur Sammlung aller nötigen Dokumente, auf die man sich meiner Meinung nach besser nicht blauäugig verlassen sollte. Schließlich kann sich das Prozedere im Laufe der Zeit auch geändert haben!

100% auf Nummer sicher gehen: Reisen ohne Medikamente im Gepäck

Nachdem Ihr das gelesen habt, versteht Ihr vielleicht, warum ich als Sicherheitsfanatikerin inzwischen ohne Medikamentenarsenal in die Emirate reise. Auch, wenn Wellen schlagende Festnahmen nicht vorkommen gemessen an den Millionen Menschen, die jährlich dort durch die Flughäfen geschleust werden: Ich habe ich einfach zu viel nach Einzelskandalen in diesem Gebiet recherchiert und sage mir inzwischen: Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht regelmäßig auf gewisse Tabletten oder Tropfen angewiesen sind, kann doch im Grunde einfach ohne reisen!

Mal ehrlich: Schleppt man mit der Reiseapotheke nicht ohnehin immer viel zu viel Ballast mit sich herum, der dann letzten Endes doch nicht gebraucht wird? Tritt wider Erwarten doch Unwohlsein ein, kann man in den zahlreichen Apotheken von Dubai und Abu Dhabi bei gut Englisch sprechenden Angestellten die Mehrheit der weltweit gebrauchten Standard-Medikamente von der Migräne-Tablette bis hin zum Durchfallmittel kaufen. Manche, die in Deutschland verschreibungspflichtig sind, gehen dort sogar ohne Rezept über den Tresen!

Alle Angaben ohne Gewähr! Ich freue mich aber sehr über Eure Erfahrungsberichte!

Alkohol für Minderjährige in der Skylite Bar / Abu Dhabi?

Leserfrage: Barbesuch für Personen unter 21 Jahren?

Hallo liebe Sarah, zunächst ein mal ein großes Lob für deinen tollen Blog. Ich konnte schon viele Tipps mitnehmen für meine Reise nächste Woche. Doch eine Frage bleibt für mich noch offen: Da ich gerne mit meinem Freund die Skylite Bar besuchen würde aber leider noch 19 bin, würde mich interessieren, in wiefern das Personal das Alter der Gäste kontrolliert? Kannst du mir dazu etwas Generelles sagen, wie die Alterskontrollen gehandhabt werden?

Meine Antwort:

Ich habe in den VAE zwar noch nie mitbekommen, dass in einer Hotelbar kontrolliert wird, aber Deine Frage ist durchaus berechtigt, immerhin darf man dort von Gesetz wegen offiziell erst mit 21 Jahren trinken.

Möglicherweise liegt mein Unwissen diesbezüglich daran, dass ich die Altersgrenze längst überschritten habe und mir zudem nicht viel aus Alkohol mache und daher eher selten in Bars anzutreffen bin. Ich war trotzdem neugierig und habe das Yas Viceroy Hotel mit diesem Anliegen kontaktiert.

Eine freundliche Mitarbeiterin teilte mir daraufhin mit, dass die Skylite Rooftop Lounge Bar die Altersgrenze von 21 Jahren ernst nimmt und auch Ausweiskontrollen durchführt, weil es die VAE-Regierung so verlangt. Sie schlug aber als Alternative die Latitude Pool Bar des Hotels vor, für die es keine Begrenzung hinsichtlich des Alters gibt. Hier kann man während der Öffnungszeiten zwischen von 8:00 bis 20:00 Uhr eine ebenso spektakuläre Aussicht genießen wie in der Skylite Bar und nicht-alkoholische Getränke bestellen (bzw. von 12:30 bis 18:30 Uhr auch essen).

Ich denke, damit ist der Fall geklärt! Dennoch könnte ich mir vorstellen, dass es generell einfacher ist, in eine normale Bar zu kommen als in ein als Nachtclub ausgewiesenes Etablissement (Erfahrungen anyone?). Immerhin steht auf der Seite des Viceroy Hotels ganz deutlich bei deren Nachtclub Rush, dass hier auf jeden Fall kontrolliert wird, bei der Skylite Bar steht jedoch nichts davon.

Meine Spekulation ist, dass das Ganze mehr von der Einschätzung Deines Alters (und das deiner Begleitung) durch den Kellner abhängt als das Personal offen zugeben möchte/darf. Das ist doch weltweit so.

Fakt ist aber, dass man in Abu Dhabi erst ab 21 Aklohol konsumieren darf und sich auch als älterer alkoholtrinkender Tourist sowieso schon in einer Grauzone befindet. Denn: Alkoholkonsum ist offiziell illegal dort, nur für Touristen gibt es das durchaus doppelmoralische Schlupfloch mit den Hotelbars.

Nur: Gerät man irgendwie (auch nur aus Versehen) in Schwiergkeiten mit Einheimischen, und stellt sich auf der Polizeiwache heraus, dass man getrunken hat, muss man sich als Gesetztesbrecher verantworten… Hier mal ein unschönes Beispiel.

Wenn Du unbedingt die Skylite Bar sehen möchtest: Versuchen kannst du es ja – zur Not hast du Deinen Ausweis eben vergessen, weil er nicht in Dein Abendtäschchen passte – schlimmstenfalls musst Du unverrichterer Dinge wieder von dannen ziehen! Aber selbst wenn es klappt: Bitte sei dir unbedingt im Klaren darüber, dass du im schlimmsten Fall nicht nur überhaupt getrunken hast, sondern auch noch als Minderjährige. Könnte mir vorstellen, dass die Behörden dann beides in die Wagschale werfen…

An alle im emiratischen Sinne „minderjährigen“ Leser: Wie sind Eure Erfahrungen diesbezüglich? Würde mich wirklich brennend interessieren… :-)

Kleiderordnung für Abu Dhabi: Mein persönlicher Dress Code

Immer wieder erreichen mich Anfragen rund um das Thema Kleiderordnung in Abu Dhabi und den anderen Emiraten. Eigentlich kann man sich eine Faustregel ganz gut merken, die sowohl für Männer als auch für Frauen gilt: Wenn Ihr nicht am Pool oder am Strand seid, gilt: Schultern und Knie sollten möglichst bedeckt sein. Während sich unter meinem ersten Blogpost dazu schon ein interessantes Frage-Antwort-Spiel mit einigen Lesern in der Kommentarsektion entsponnen hat, möchte ich hier die Gelegenheit ergreifen und Euch zeigen, was ich immer so trage.

Ich gebe zu: Meine ganz persönliche Kleiderordnung für meine Reisen nach Abu Dhabi entspricht zwar in weiten Teilen, jedoch nicht komplett den „Standards“, die in Reiseführern beschworen werden. Für Frauen werden darin en detail folgende Dress-Code-Regeln aufgestellt (zusammengetragen aus verschiedenen Quellen):

  • Keine Miniröcke
  • Keine Shorts
  • Keine transparente Kleidung, die den Blick auf Wäsche freigibt
  • Keine Spaghettiträger-Tops
  • Keine tiefen Dekolletés
  • Generell: Keine kurze & enge Kleidung
  • Keine offenen Haare, wenn diese sehr lang sind

Jedoch trage ich gern enge Hosen und figurbetonte Trägertops und habe keine Lust mich im Urlaub zu verkleiden. Weil es mir aber wichtig ist, dass sich kein Emirati durch meinen Dress Code in seinem Anstandsgefühl gestört fühlt, gehe ich immer einen selbsterdachten Kompromiss ein und bin damit bisher noch nie unangenehm aufgefallen (zumindest nicht dass ich es bemerkt hätte…):

Wenn ich enge Stretch-Jeans trage, ist mein Oberteil stets etwas weiter geschnitten und hat Ärmel; ich wähle also beispielsweise eine Tunika oder ein Shirt im XL-Style.

Wenn ich einen „kurzen“ Rock mitnehme, so ist dieser von glockigem Schnitt und mindestens kniebedeckend oder – wenn er doch mal knapp über den Knien endet, trage ich noch Leggings darunter. Dafür trete ich dann obenrum bedeckter auf.

Wenn ich ein eng anliegendes und schulterfreies Top anziehe, so trage ich dazu einen weiten Rock oder eine Flatterhose. Zudem habe ich immer einen leichten Bolero in meiner Handtasche oder ein weites Tuch, mit dem ich mir die Schultern bei Bedarf dann doch schnell bedecken kann.

Ist mein Ausschnitt etwas freizügiger, so wickele ich mir locker einen leichten Schal davor.

Ihr seht: Ihr braucht Euch nicht komplett neu einzukleiden, was Sommerkleidung angeht – auch wenn Ihr es lieber etwas figurbetonter mögt. Es reicht meiner Meinung nach, wenn Ihr entweder die Unter- oder Oberbekleidung an die „Landessitten“ anpasst.

Gut ist es immer, ein paar Tücher zum Kaschieren dabei zu haben. So ein Tuch kann man sich auch mal modisch um den Kopf wickeln, wenn bei der Hitze und dem ganzen Schwitzen die Frisur schlapp macht. Diese Maßnahme schützt natürlich auch super vor der sengenden Sonne.

Wobei ich eines freilich zugeben muss: Bei der Hitze sind enge Hosen nicht die beste Wahl. Eine meiner besten Investitionen für meine Aufenthalte in den wüstenheißen Emiraten war ein schlabberiger, langer Maxirock.

Mit Kreditkarte unterwegs in Abu Dhabi

Pauls Frage:

Hallo Sarah, vorerst möchte ich dir eine positive Rückmeldung zu deiner Seite geben. Für meine bevorstehende Reise in die VAE habe ich sehr viel und insbesondere hilfreiche Informationen durch deine Erfahrungsberichte erhalten.

Nun habe ich dennoch eine Frage an dich und glaube, dass du mir sie beantworten kannst. Du schreibst, dass du häufig mit deiner Kreditkarte in Abu Dhabi gezahlt hast. Es war ja bestimmt nicht die Karte von der Sparkasse/Bank aus Deutschland, sondern evtl. von Eurocard oder Mastercard, oder? Wo und wie erhalte ich die passende Kreditkarte, um dort damit zahlen zu können?

Meine Antwort:

Hallo Paul, danke für Dein nettes Feedback. Ich hoffe sehr, dass ich Dir weiterhelfen kann: Genau, ich habe in Abu Dhabi und den übrigen Emiraten nicht mit der EC-Karte, sondern mit einer VISA-Karte bezahlt. Für vieles wie Hotelbuchungen und Mietwagen brauchst Du da einfach eine Kreditkarte, auch wenn du evtl. mit deiner EC-Karte Geld an einigen Automaten bekommen könntest. Ich habe das aber erst gar nicht ausprobiert und mich auch beim Geldabheben (wenn mir die mitgebrachten Euros für Tauschgeschäfte in den Wechselstuben ausgegangen sind) immer nur auf die Kreditkarte verlassen – das hat reibungslos funktioniert. Beachte aber, dass bei jedem Geldabholprozess per Kreditkarte im Ausland immer auch Umrechnungsgebühren anfallen, bei mir zuletzt im März 2014 ca. 1,75%!

Eine Kreditkarte kannst Du in der Regel bei Deiner Bank beantragen, dort wird man Dir auch mitteilen, welche Gebühren Du für die Nutzung einer Kreditkarte zu entrichten hast. Manche Direktbanken bieten Karten wie die VISA auch kostenlos an, wenn man ein Girokonto dort eröffnet. Ich beispielsweise habe meine VISA von der ING-DiBa – die kostet mich wie auch das Konto keinen Cent und ich kam damit in Abu Dhabi bzgl. Hotelrechnung und Geldabheben gut zurecht bis auf eine unangenehme Ausnahme: Bei Europcar wollte man mir fast den Mietwagen nicht aushändigen – mit dem Hinweis, dass meine VISA ja nur eine „Debit-Card“ sei. Nach einigem Hin- und Her hat es dann zwar doch geklappt, aber andere Blogleser haben wir mitgeteilt, das sie den Mietwagen mit so einer Karte erst gar nicht bekommen hätten.

Der Hintergrund (wie ich ihn mir erkläre): Die kostenlose VISA, die ich von der ING DiBa bekommen habe, ist eine sogenannte VISA Direkt-Card (auch „Debit-Card“ genannt). Im Gegensatz zu einer „echten“ Kreditkarte hast Du bei diesen Karten keinen eigenen Kreditrahmen und keine separate Rechnungsausstellung. Das bedeutet im Klartext, dass die Karte an Dein Girokonto gekoppelt ist und alle Verfügungen im Rahmen Deines Kontoguthabens oder im Rahmen Deines Dispokredits liegen müssen. Alles, was Du mit der Direkt-Card bezahlst, wird direkt von Deinem Konto abgebucht und nicht erst nach einer gewissen Zeit wie bei einer „echten“ Kreditkarte. Dir wird also quasi kein Kredit gegeben, dafür ist sie kostenlos und durch ihre weltweite Akzeptanz dennoch ein beliebtes Reisezahlmittel.

Mag sein, dass sich die Autovermieter daran stören, dass durch den fehlenden Kreditrahmen größere Schadensszenarien nicht abgedeckt sind. Wenn Du also kein Auto mieten möchtest, kommst Du gut durch mit einer solchen VISA Direkt-Card. Ansonsten könnte Dir eine richtige Kreditkarte Ärger ersparen.