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Mietwagen-Reise durch die Emirate planen

Volkers Fragen:

Hallo! Ich möchte Anfang März 14 Tage in Abu Dhabi verbringen und mit dem Mietwagen die Emirate erkunden. Meine Fragen:
– welcher Stadtteil ist der interessanteste für einen Hotelaufenthalt (Strandnähe)?
– kann ich problemlos in alle Emirate einreisen – auch in den Oman?
– gibt es unterwegs – auch in den weniger erschlossenen Gegenden – ausreichend Unterkünfte oder sollte ich vorbuchen? Herzlichen Dank für einen Tipp

Meine Antwort:

Hallo Volker, wenn du am öffentlichen Strand baden und gleichzeitig zentral logieren möchtest, dann suche Dir am besten eine Unterkunft nahe des westlichen Abschnittes der Corniche. Manche (meist teurere) Hotels wie das Emirates Palace, das Bab al Bahr und das Shangri-La haben auch einen Privatstrand. Schöne Strände gibt es auch auf Yas Island und Saadiyat Island – die sind aber recht weit ab vom Schuss!

Innerhalb der VAE kannst Du ohne Probleme in alle Emirate einreisen, ja. Bei der Einreise via Landweg in den Oman vom Emirat Dubai aus brauchen Deutsche kein extra Visum; es genügt, das Visum des Emirats Dubai (mind. 21 Tage gültig) in Deinem Reisepass vorzuzeigen. Das bekommt man direkt bei der Passkontrolle am Fluhafen Dubai in den Pass gestempelt. Für die Einreise aus den übrigen Arabischen Emiraten brauchen deutsche Staatsangehörige allerdings ein gültiges Visum. Warum auch immer… Dieses wird laut Auswärtigem Amt an der Grenze ausgestellt oder kann bei einer der Vertretungen Omans in Deutschland oder in den Vereinigten Arabischen Emiraten beantragt werden.

Wichtig ist außerdem noch, dass Du in den AGB des Vertrags Deines Mietwagenanbieters checkst, ob der gemietete Wagen auch nach dem Grenzübertritt noch voll versichert ist.

Buche auf jeden Fall vor! Ich kann zwar sagen, dass zum Beispiel gerade die Hotels in der Liwa Oase nie voll belegt wirkten, im Qasr Al Sarab beispielsweise konnte man Anfang Mai und September lange durch die Anlage wandeln, ohne Menschen zu treffen, und im Liwa Hotel waren wir Anfang April zeitweise allein am Pool. Es kann aber sein, dass der Eindruck täuschte, weil sich viele eben doch stundenweise wegen der Hitze in die klimatisierten Zimmer zurückziehen… Andererseits gibt es gerade in den von Dir genannten weniger erschlossenen Gegenden nicht viele Alternativen und sollte wider Erwarten doch alles belegt sein, steht Du vor einem unangenehmen Problem!

Nun weiß ich ja nicht genau, wie Deine Route aussieht, aber auf dem Weg durch die Emirate fährt man schon meist durch eine wüstenartige Einöde ohne Hotels. Klar, in großen Städten wie Al Ain gibt es wieder mehrere Übernachtungsmöglichkeiten. Aber ehrlich gesagt würde ich persönlich mir die Umstände nicht machen wollen, überall nachzufragen. Das ist doch verschwendete Reisezeit! Und nachher sind nur noch die teureren Zimmer oder Raucherzimmer frei, etc…

Und letztlich spricht ja auch nichts dagegen, jetzt schon zu buchen und die Route damit auch im Vorfeld (gedanklich) abzustecken. Schilder, auf denen „Zimmer frei“ steht, sind mir übrigens nie aufgefallen – in manchen Ländern wie Ungarn sieht man so etwas ja alle naselang.

Von Abu Dhabi nach Dubai für einen Tagesausflug

Wenn es Euch von Abu Dhabi nach Dubai zieht, habt Ihr vier Möglichkeiten:

1. Ihr bucht einen Mietwagen für Euren Dubai-Tagestrip

Das Auto könnt Ihr vor Ort mieten, indem Ihr entweder mithilfe des Hotelpersonals eine Leihwagenfirma ausfindig macht oder indem Ihr mit dem Taxi zum Flughafen fahrt, wo es Stand an Stand eine ganze Reihe dieser Anbieter gibt. Wenn Ihr schon wisst, an welchem Tag Ihr von Abu Dhabi nach Dubai fahren wollt, dann bucht den Wagen im Voraus am besten online oder sprecht das mit Eurem Reisebüro ab, das kann dann sogar dafür sorgen, dass Ihr den Wagen direkt zu Eurem Hotel gebracht bekommt. Je nach Modell und Buchungszeit seid Ihr ab etwa 30 Euro am Tag dabei. Hinzu kommen Spritkosten, doch die sind weder in Abu Dhabi noch in Dubai der Rede wert (für ca. 30 Liter bezahlt Ihr um die 12 Euro).
Vorteil: Das Reisen mit dem Mietauto ist natürlich sehr komfortabel; Ihr seid zeitlich unabhängig und könnt immer stoppen, wenn Ihr unterwegs etwas Interessantes seht.
Nachteil: Zugegebenermaßen ist es nicht jedermanns Sache, mit dem Auto in den Emiraten herumzufahren. Es gibt zwar top in Schuss gehaltene, mehrspurige Straßen, aber leider auch gerade auf dem Weg nach Dubai hinein verdammt viel Stau und allerorten – weninigstens aus der Sicht von uns Deutschen – viel aggressives Fahrverhalten. Zudem müsst Ihr bedenken, dass Ihr dann ja auch einen Parkplatz in Dubai City braucht…

2. Ihr fahrt mit einem Inter-Emirates Bus (Emirates Express)

Die Busse starten ab der Abu Dhabi Central Busstation nahe der Al Wahdah Mall, Ecke East Road & Haza’a bin Zayed Street. Das dauert zwei Stunden (mit dem Mietwagen seid Ihr auch nicht schneller) im klimatisierten und verlässlichen Überlandbus mit Anschnallgurten. Die Busse von Abu Dhabi nach Dubai fahren zwischen 7:00 Uhr und 08:00 Uhr los und halten beispielsweise an der Ghubaiba Bus Station (hier lest Ihr mehr zu den Linien und Fahrplänen). Von dort kommt Ihr mit dem Taxi oder der neuen Metro weiter. Zum Beispiel zum Deira City Center, wo die Big Bus Sightseeingtouren vorbeikommen (wenn dort kein Verkaufsstand für die Bustickets aufgebaut ist, fahrt mit der Metro oder dem Taxi weiter zur Wafi Mall, dort starten die Touren offiziell).
Vorteil: Eine Fahrt ist mit 20 Dirham spottbillig und man erspart sich die lästige Parkplatzsuche.
Nachteil: Die Nachteile von öffentlichen Verkehrsmitteln dürften Euch hinreichend bekannt sein…

3. Ihr bucht eine geführte Tour beim Reiseveranstalter

Es gibt nicht viele Tourenveranstalter, die einen Kurztrip von Abu Dhabi nach Dubai anbieten – Nachfrage es scheint es eher in die umgekehrte Richung zu geben. Man wird vom Hotel abgeholt und in der Regel mit anderen Tourteilnehmern im Mini-Van ans Ziel gebracht, wo man idealerweise zusammen mit einem deutschsprachigen Guide einige Highlights besucht. Ein Anbieter, der verschiedene Touren von Abu Dhabi nach Dubai anbietet, ist beispielsweise rent-a-guide. Dort gibt es sogar private Ausflüge ohne andere Mitreisende.
Vorteil: Man muss sich um wirklich GAR NICHTS kümmern.
Nachteil: Es besteht keine Wahlfreiheit beim Aussuchen der Sehenswürdigkeiten und man ist den ganzen Tag an die Reisegruppe gebunden, sofern man keine Exklusivtour gebucht hat.

4. Ihr fahrt mit dem Taxi von Abu Dhabi nach Dubai

…und natürlich auch wieder zurück! Die beiden Städte liegen ca. 150km voneinander entfernt. Je nachdem, wo genau Ihr hinwollt und je nachdem, zu welcher Uhrzeit Ihr unterwegs sein werdet, variieren die Kosten für eine Taxifahrt von Abu Dhabi nach Dubai. Ihr könnt einen ungefähren Wert aber ganz leicht selber ausrechnen – die Kilometerpreise habe ich Euch hier aufgeführt. Taxis kann man sich sowohl in Dubai als Auch Abu Dhabi in der Regel einfach von der Straße heranwinken. An den Malls, vor den Hotels sowie vor den bekannten Sehenswürdigkeiten stehen meist auch Taxis bereit.
Vorteil: Ihr könnt so lange in Dubai bleiben, wie Ihr möchtet, und müsst auf keine Busabfahrtszeiten oder Öffnungszeiten der Mietwagen-Büros achten.
Nachteil: Ein Taxifahrer aus Abu Dhabi kennt sich nicht notwendigerweise gut in Dubai aus. Die wichtigsten Touristen-Spots wird er schon kennen, aber rechnet lieber mal ein paar Dirham mehr ein, weil er vielleicht ein wenig suchen muss – und während dieser Zeit läuft das Taxameter natürlich weiter. Das ist uns schon passiert, weil der Fahrer zwar den Dubaier Flughafen gefunden hat, nicht aber Terminal 3; die Fahrt endete dann so, dass er uns nötigte, in ein Dubai-Taxi umzusteigen, das er anhielt, weil er wohl keine Lust hatte, die Irrfahrt noch weiter forzusetzen! 😉

Schnelle Hilfe bei Problemen auf Abu Dhabis Straßen?

Wissenswert für Urlauber, die mit einem Mietwagen in Abu Dhabi und den übrigen Emiraten unterwegs sind: Bei Problemen, welche die Hilfe anderer Autofahrer erforderlich machen, greifen einheimische Fahrzeugführer gern zu folgender Maßnahme: Am Straßenrand anhalten, Warnblinkanlage einschalten und den linken Arm aus dem Fenster strecken. Dies ist für die nachfolgenden Fahrzeuge ein Zeichen dafür, dass ihre Hilfe benötigt wird.

Vom Erfolg dieser ungeschriebenen Regel konnte sich mein Vater unlängst vor Ort überzeugen als ein in Dubai lebender Geschäftspartner dieses Manöver gleich zweimal erfolgreich anwendete, um den jeweils angehaltenen Verkehrsteilnehmer nach dem Weg zu fragen. Das Aussteigen in die erbarmungslose Hitze Abu Dhabis ist also nicht erforderlich und die Reisenden können im klimatisierten Wagen sitzen bleiben.

Achtung: Unfälle durch Leichtsinnigkeit vermeiden

Jedoch: Ich kann nur raten, gut zu überlegen, welche Situation ein solches Vorgehen tatsächlich rechtfertigen könnte, denn natürlich muss man sich dessen bewusst sein, dass immer auch die Unfallgefahr steigt, wenn man an nicht als Parkplatz gekennzeichneten Stellen neben der Staße anhält. Zudem ist fraglich, wie die Polizei auf ein solches Verhalten reagieren würde. Gute Fahrt!