Schlagwort-Archive: Reisesicherheit

Gefährliches Abu Dhabi? Reisen in Zeiten von Terrorwarnungen

Da das Auswärtige Amt im September 2014 explizit auch für Abu Dhabi eine Terrorwarnung ausgesprochen hatte, und mich daraufhin eine verunsicherte Leserin um Rat gebeten hatte, möchte ich Euch hier gern meine Meinung zu der Frage „Ist Abu Dhabi gefährlich als Urlaubsziel?“ präsentieren.

Wie kam es zu der Reisewarnung für Abu Dhabi und andere beliebte Reiseländer? Die gefährliche Terrorgruppe ISIS hatte unlängst gedroht, Länder, die mit den USA verbündet sind, zur Zielscheibe ihrer Anschläge machen zu wollen. Da die Vereinigten Arabischen Emirate im Vergleich zu anderen Arabischen Staaten eine verhältnismäßig westliche Orientierung aufweisen, sich Touristen aus aller Welt gegenüber offen zeigen und zudem über viele bauliche Statussymbole (die nach Meinung von Terrorexperten ein beliebtes Ziel abgeben) verfügen, lag es nahe, eine besondere Warnung auszusprechen.

Inzwischen (Stand: November 2014) ist die Reisewarnung von der Abu Dhabi gewidmeten Unterseite der Homepage des Amtes verschwunden. Dafür wurde eine ganz allgemeine Warnseite für einen „weltweiten Sicherheitshinweis“ angelegt, die sich nicht mehr explizit auf einzelne Länder bezieht, sondern recht allgemein auf die Gefahren des ISIS-Terrors aufmerksam macht und zur Vorsicht aufruft.

Zurück zu der ängstlichen Leserin: Sie hatte die Reise schon gebucht und bezahlt, dann von der Terrorwarnung für Abu Dhabi erfahren und schließlich mir geschrieben, dass sie nun regelrechte Panik habe, in den Flieger zu steigen.

Geantwortet habe ich ihr Folgendes:

Natürlich kann ich Deine Angst gut nachvollziehen. Ich lebe zwar nicht in Abu Dhabi, war aber als Reisende in Bezug auf andere Reiseziele schon in dieser misslichen Entscheidungslage: Fliegen trotz Warnung oder vorsichtshalber zu Hause bleiben und das für die Reise bezahlte Geld und auch die Vorfreude verloren geben?

Ich habe jedoch meine Reisen aufgrund solcher Meldungen nie abgesagt, auch wenn ich vorher dann natürlich ein ungutes Gefühl hatte. Jetzt behaupte ich, für meinen Teil richtig gehandelt zu haben, weil immer alles glatt gegangen ist. Natürlich musst Du das letzten Endes selbst entscheiden, aber hier sind mal ein paar Gedanken, die ich jetzt an Deiner Stelle vermutlich in meinem Herzen bewegen würde:

  • Es handelt sich nur um eine sehr allgemeine Warnung (natürlich muss das Auswärtige Amt diese aussprechen, damit im unwahrscheinlichen Fall des Falles keiner meckern kann, er sei nicht gewarnt worden); es gibt noch andere, dringlichere Stufen von Warnungen des AA – etwa wo wirklich zur dringenden Ausreise aus dem betreffenden Land geraten wird!
  • Viele megabeliebte Reiseländer wie Ägypten, Thailand und Marokko haben eben diese Meldung bekommen, ich glaube nicht, dass jetzt tausende von Urlaubern einen Rückzieher machen bzw. ihren Herbsttrip in die Sonne auf Eis legen. Vielleicht hilft Dir der Gedanke, nicht allein zu sein?
  • Sollte es wirklich zu einem Anschlag kommen, dann könnte Dubai das attraktivere Ziel für die Terroristen sein, weil Abu Dhabi – wenn auch die Hauptstadt der VAE – dagegen eher beschaulich und nicht so ein großer Touristenmagnet ist. Wenn Du Dich vor Ort unwohl fühlst oder die Nachrichten dringendere Vorwarnungen bringen, lässt Du einfach den Dubai-Trip ausfallen und meidest (auch in Abu Dhabi sofern vorhanden) die Menschenansammlungen vor den berühmten Highlights. Das kannst Du ja dann spontan entscheiden.
  • Letztlich musst du tatsächlich zur falschen Zeit am falschen Ort sein, wenn „es“ passiert. Auch in Europa besteht die reale Gefahr, Opfer eines Anschlags zu werden (und wie die Vergangenheit zeigt, sind Terrorakte etwa in Frankreich ja auch schon aus heiterem Himmel verübt worden) – immerhin hat die ISIS ja dem Westen generell gedroht…
  • Ich habe mich in den Emiraten generell immer sehr sicher gefühlt, da gibt es für alles und jeden (sogar für unerklärliche Betterverschläge mitten in der Wüste, hehe) einen Security Guard. Teils kam mir das schon übertrieben vor. Von erfolgreichen Anschlägen oder Entführungen in dieser Region ist mir zudem bis dato nichts bekannt, einzig einen terroristischen Übergriff mit tödlicher Folge auf eine Amerikanerin hat es vor ca. 13 Monaten in Dubai in einer Mall gegeben (Stand Januar 2016). Ich glaube, da reist Du in Ägypten oder Marokko je nach Region und Zeitpunkt oft gefährlicher.
  • Das ist es, was die Terroristen erreichen wollen: Sie wollen Angst schüren und so Macht uber uns gewinnen. Wenn alle dem anstandslos nachgeben würden, wäre das fatal, weil sie dann ihr Ziel ohne Widerstand erreicht hätten!

ACHTUNG: Diese Aussagen spiegeln nur meine persönlichen Überlegungen rund um das Reisen in als „gefährlich“ eingestufte Länder wider. Dies ist keine Aufforderung, alle Warnungen in den Wind zu schlagen – jeder muss individuell abwägen, ob er das Risiko eingehen möchte. Letztlich ist selbstverständlich jeder selbst für seine Entscheidungen verantwortlich!

Sicher unterwegs in Abu Dhabi

Annettes Frage:

Hallo Sarah, ich bin beim Surfen wegen der Alleinreise meines 16-jährigen Sohnes von Deutschland nach Abu Dhabi auf Ihre Info-Seite gestoßen. Ich frage mich zur Zeit, ob ein simpler Reisepass oder Personalausweis genügt oder ich noch andere Papiere für ihn besorgen muß. Muss eingeführtes Bargeld angemeldet werden? Sollte man bestimmte Dinge (wie z.B. „große“ Autos / Gebäude etc.) lieber nicht fotografieren?
Oder: Sollte man eher nicht mit einem Rucksack durch die City laufen mit (halb-)offenen Reißverschlußtaschen?
Ich dachte, da Du schon desöfteren in Abu Dhabi gewesen bist, hast Du den einen oder anderen Tipp für langsam nervös werdende Eltern…

Meine Antwort:

Hallo Annette, mach Dir keine Sorgen! Dein Sohn ist in den Emiraten gut aufgehoben, sämtliches Service-Personal ist dort sehr nett und hilfsbereit, egal, ob im Hotel oder Restaurant. Und: Überall stehen Bedienstete herum, das gehört zur dortigen Luxuskultur. Voraussetzung ist natürlich, dass er nicht unangenehm auffällt wegen Drogen/Alkohol/Sex. Nicht, dass ich das unterstellen wollte! Aber ich will es unbedingt ausgesprochen haben, weil bei solchen „Delikten“, die hierzulande eben keine sind, drakonische Strafen mit Gefängnis oder Schlimmerem drohen.

Abgesehen davon: Die Arabischen Emirate gelten laut Auswärtigem Amt als eines der sichersten Reiseländer im nahen Osten, ich habe dort (als Frau!) noch nie eine halbwegs bedrohliche Situation erlebt, egal zu welcher Uhrzeit ich unterwegs war.
Natürlich muss an dieser Stelle auch vor Diebstählen gewarnt werden, aber davor sollte man sich meines Erachtens weltweit schützen, egal wo es hingeht. Dass man zum Beispiel für einen Strandbesuch nicht all seine Wertsachen mitnimmt, sondern einen Teil davon im Hotelsafe deponiert, sollte klar sein. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass dort alles sehr sicher ist: Überall in den Malls ist Sicherheitspersonal anwesend und auch am Public Beach habe ich Uniformierte gesehen. Zudem muss man sich immer vor Augen halten, dass die Bevölkerung dort zu einem Großteil aus Gastarbeitern besteht, die bei Kriminaldeliken eine sofortige Ausweisung aus dem Land fürchten müssen. Kaum jemand möchte das aus Spiel setzen!

Ein Reisepass (Personalausweis ist nicht ausreichend!) genügt; Dein Sohn bekommt bei der Einreise am Flughafen kostenlos einen Visumsstempel für einen 30-tägigen Urlaubsaufenthalt. Der Pass muss noch mindestens sechs Monate nach dem beabsichtigten Ausreisedatum gültig sein. Rund um das Thema Geldeinfuhr und wie bzw. wo man am besten Geld umtauscht, habe ich hier einen Beitrag geschrieben.

Was das Fotografieren angeht: Ja, sowas wie Hafenanlagen, Ölfelder oder große andere Industriegebiete sollte man nicht knipsen, da stehen aber dann in der Regel entsprechende Hinweisschilder. Gilt auch für den Flughafen und Herrscherpaläste. Ebenso wie am Strand und in den Malls Schilder stehen, dass man nicht fotografieren soll. Da geht es aber darum, die Intimsphäre der Emirati-Frauen zu schützen. Wenn man nicht direkt auf sie draufhält, sollte es kein Problem sein, auch mal ein Bild zu machen. Meinem Vater haben sie am Strand in Dubai mal untersagt, zu filmen (war auch kein großes Ding, Kamera aus und gut war), aber ich habe dennoch ein paar Bilder gemacht. 🙂

Wie sicher ist Abu Dhabi für alleinreisende Frauen?

Annes Frage:

Hallo Sarah, meine Schwester und ich planen einen Urlaub in der Wüstenstadt und würden gerne wissen, ob wir als 2 Frauen ohne männliche Begleitung bedenkenlos nach Abu Dhabi reisen können. Eine wirklich aussagekräftige Antwort findet man dazu im Internet leider nicht. Daher würden wir gerne auf Deine Erfahrung zurück greifen. Vielleicht kannst Du uns ja auch Tipps geben, auf was wir achten müssten, wenn wir alleine unterwegs wären?

Meine Antwort:

Hallo liebe Anne, selbstverständlich können Frauen allein in die Arabischen Emirate reisen, ohne sich um ihre Sicherheit Sorgen machen zu müssen! Eine Ausnahme ist mir derzeit bekannt, dazu gibt es im letzten Abschnitt des Artikels mehr Informationen.

Ich war zwar bisher überwiegend in männlicher Begleitung in Dubai und Abu Dhabi, habe mich aber stets (egal ob am Strand, auf den Straßen oder in den Malls) und zu jeder Tageszeit supersicher gefühlt und hatte nie den Eindruck, dass das nur deswegen so ist, weil mein Mann oder mein Papa in diesem Moment dabei ist. Ich habe aber auch schon für kurze Zeit allein dort im Hotel gewohnt und bin auch allein Taxi gefahren und in der Mall gewesen – alles kein Problem!

In den Emiraten haben sie eine der weltweit niedrigsten Kriminalitätsraten, das könnt Ihr auf den Seiten des Auswärtigen Amtes nachlesen! Und dadurch, dass die Geschlechtertrennung dort ja noch so kultiviert wird, ist es für Männer ja in der Regel ein noch größeres Tabu als hier, Frauen „doof anzumachen“. Die Einheimischen werden Euch also nicht dumm kommen, weil es Teil ihrer Kultur ist, quasi einen „höflichen, d.h. respektvollen Sicherheitsabstand“ zu den Frauen einzuhalten.

Die vielen Expats (Gastarbeiter) mit denen Ihr als Touristinnen wahrscheinlich in den Shops, Restaurants und Hotels weitaus eher zu tun haben werdet, können es sich auch noch aus einem anderen Grund gar nicht erlauben, Frauen zu belästigen: Sonst ist schnell Knast angesagt und ihre Arbeitserlaubnis in Gefahr und sie werden auf Nimmerwiedersehen abgeschoben!

Außerdem ist überall Sicherheitspersonal, ob am Strand oder in den Malls, das nervt manchmal schon fast. Dieses ist natürlich nicht deswegen dort, weil andernfalls sofort Übergriffe auf Touristinnen stattfinden würden, sondern die Guards haben unter anderem die Aufgabe, das für uns kaum verständliche Verlangen nach Privatsphäre der Emiratis zu gewährleisten. Die gilt gerade für die einheimischen Frauen. Selbst, wenn sie in Gruppen (mit ihren Kids) unterwegs sind, möchten sie sichergehen, dass Ihnen wirklich jeder Art der unerwünschten Kontaktaufnahme (das können schon Blicke sein!) durch Männer erspart bleibt – und darüber wacht die Security unter anderem.

Was haben also Frauen (das gilt natürlich auch Touristinnen, die sich respektvoll verhalten und kleiden!) in einer solchen Umgebung zu befürchten, wo Single-Männer gewisse Strandabschnitte nie besuchen dürfen, wo es für vieles einen Ladies-Tag in der Woche gibt und wo  sogar von Frauen gesteuerte Taxen nur für Frauen und Busse mit für Damen reservierten Sitzreihen herumfahren? Es gibt sogar eine Regel, die es Männern verbietet an gewissen Abschnitten der Strandpromenade zu sitzen, damit sich die einheimische Damenwelt nicht durch Blicke beläsigt fühlt! Vorbeigehen dürfen sie, sich aber nicht aufhalten… 😉

Ihr könnt also beruhigt auch nachts allein mit dem Taxi fahren, selbst wenn ihr kein sogenanntes Ladies- oder Familiy-Taxi ergattern konntet. Die Fahrer tragen alle Uniform und haben Ihre ID-Karten sichtbar am Armaturenbrett befestigt. Überall stehen Telefonnummern, die man anrufen kann, wenn man mit der Taxifahrt unzufrieden war. Sowas gibt es in Deutschland nicht!

Viel Kontakt mit Männern werdet Ihr gar nicht haben, außer vielleicht im Hotel, wo natürlich einige im Service arbeiten. Ich fand es immer interessant, zu beobachten, dass – wenn man als Paar im Hotel wohnt – immer nur der Mann von männlichen Hotelangestellten angesprochen wird, selbst wenn klar wird, dass die Frau in dem Moment mehr Ahnung von der Situation oder die besseren Sprachkenntnisse hat. Dennoch bedeutet das selbstverständlich nicht, dass man Angst haben muss, dass man als Alleinreisende im Hotel bei Fragen, Wünschen und Problemen keine Hilfe bekommt. Die Angestellten dort sind ja nicht von gestern und wissen, dass es für uns normal ist, auch als Frau allein zu reisen.

Tut Euch (und den Leuten dort) aber den Gefallen und kleidet Euch nicht auffallend sexy. Miniröcke, bauchfreie Tops, Hotpants und sowas wie transparente Blusen über nem Bikinitop etc. würde ich weglassen. Auch wenn Ihr so etwas anziehen würdet, würde sicher nichts geschehen, aber dann wird schon mal eher verächtlich oder auch lüstern geschaut. Oder wenn es ganz dumm läuft, fühlt sich eine Einheimische in ihren Gefühlen verletzt und bittet den Sicherheitsdienst, Euch wegzuschicken. Schließlich ist es in den Emiraten ja noch immer etwas eher Ungewöhnliches, wenn Frauen derart gekleidet herumlaufen (auch wenn ihr sicher welche sehen werdet, die so nach draußen gehen). An vielen Orten wie in den Malls oder in der Ferrari World beispielsweise wird im Eingangsbereich auf Schildern auch extra um „respectable clothing“ gebeten.

Am besten lasst Ihr auch die Finger von zu viel Alkohol. Die Chance ist wirklich miniklein, aber sollte eine grobe Belästigung oder Schlimmeres stattfinden, könnte das Opfer in den VAE eine Mitschuld zugesprochen bekommen, wenn es betrunken war. Ein paar wenige prominente Fälle waren ja schon in den Schlagzeilen. Alkohol ist dort aus religiösen Gründen nicht erlaubt, die Hotels schenken aber dennoch welchen für die Touristen aus und die Expats nicht-muslimischer Herkunft können Bier und Wein in Spezialshops mit einer Lizenz erwerben.

Den Tipp, den ich häufiger in Reiseführern gelesen habe, dass alleinreisende Frauen einen Ring tragen und sich eine Story zurechtlegen sollten, um bei Fragen glaubhaft versichern zu können, dass man verheiratet sei und Mann und Kinder in der Nähe sind, halte ich für völlig übertrieben. Ich war jetzt dreimal dort und habe noch keine Situation erlebt, in der auch nur annährend ähnliche Fragen gestellt werden könnten. Wenn es Euch aber beruhigt, könnt Ihr ja so ein Spielchen spielen.

Es ist mir wichtig, an dieser Stelle jedoch noch etwas hinzufügen, auch wenn ich die Erfahrung (zum Glück!) nicht selber gemacht habe: Vom Camel Souk in Al Ain berichten einige Frauen, dass sie sich dort bedrängt gefühlt haben. Nicht nur waren die einfachen Viehhändler in Bezug auf Trinkgelder aufdringlich, sondern schafften auch mit Blicken, Gesten und/oder schlimmstenfalls sogar Berührungen (etwa: Arm umlegen) beim gemeinsamen Posieren mit Kamel für ein Foto eine unangenehme Atmosphäre. Ich war selber schon zweimal in Al Ain – jedoch noch nicht auf dem Viehmarkt – und habe in der Stadt selbst keine auch nur annährend ähnlichen Erlebnisse sammeln müssen.

In diesem Zusammenhang fällt mir aber eine Situation – auch im Kontakt mit einem ungebildeten Arbeiter außerhalb der Städte – ein, die ich hier kurz schildern möchte: An einer Tankstelle in der Wüstenödnis stieg ich kurz aus dem Wagen aus, um mir die Beine zu vertreten. Eine weitere Mitreisende, die im Auto saß, wollte aus dem Wagen heraus ein Foto von mir machen: Ich muss wohl direkt vor einem der Tankwarte gestanden haben, ohne es zu merken, jedenfalls fühlte der sich angesprochen als die Fotokamera in seine Richtung zeigte und ging wie selbstverständlich davon aus, dass er mit auf das Bild solle. Er stelle sich gutgelaunt und scherzend promt neben mich und legte mir posierend für den Schnappschuss den Arm um die Hüfte. Ich war viel zu perplex und er viel zu gut drauf als dass ich ihn in der Situation hätte wegscheuchen können. Heute weiß ich, dass ich darauf hätte bestehen sollen, ohne ihn fotografiert zu werden. Nach dem Fotoshoot ging er auch sofort wieder, es ist also nichts Wildes passiert, aber unangehem war mir das Ganze doch etwas…

Dennoch: Nach wie vor bleibe ich dabei, dass Euch in den großen Städten keine Belästigungen erwarten, auch nicht in Al Ain. Ich habe weder in Abu Dhabi City noch in Dubai noch in Al Ain irgendwas erlebt, was mich als Frau verstört hätte. Und ich bin sehr empfindlich, was sowas angeht, deswegen ist mir auch die eben geschilderte Geschichte mir dem unfreiwilligen gemeinsamen Foto noch im Kopf. Dennoch:  Vorsicht beim Souk in Al Ain, hier kann es unter Umständen ungemütlich für alleinreisende Frauen werden, vor allem wenn sie nicht sehr taff und unvorbereitet sind. Auch auf den Souks in Dubai bekommt man mal Zurufe, jedoch verletzten die bei mir noch nie eine Grenze, auch wenn sie durchaus nervten. Die Verkäufer dort lassen sich auch wieder schnell abschütteln – sind ja noch genug andere Touristen da.

Ansonsten gilt: Sucht nicht unnötig Kontakt mit den Hilfsarbeitern an Baustellen, Tankstellen etc. Ich sage das nur vorbeugend, eigentlich gibt es überhaupt keinen Grund, warum Ihr das tun solltet und keine Situation, in der Ihr das tun müsstet. Mein Erlebnis mit dem Foto war ja wahrscheinlich nur ein dummes Missverständnis, denn ich wollte ja gar nicht, dass er mit aufs Bild kommt, während er das ganz anders aufgefasst hat… Man muss sich halt Folgendes ins Gedächtnis rufen: Diese Arbeiter kommen u.a. aus den Armutsgebieten Pakistans etc. und sind demnach oft nicht sehr gebildet, gelangweilt, einsam und im Denken rückwärtsgewandt. Zudem sind sie den ganzen Tag und die ganze Nacht nur mit ihren anderen männlichen Kollegen zusammen, was in seltenen Fällen sicher in „unnötiger Überschwänglichkeit“ gegenüber Frauen resultieren kann, insbesondere, wenn sie irrtümlich denken, dass die Frau Kontakt sucht.