Nurai Island

Baden auf der Insel der Superreichen

Nur eine ca. 15-minütige Bootsfahrt trennt Urlauber in Abu Dhabi Stadt von einem ganz besonderen kleinen Inselparadies, das noch nicht sehr bekannt ist: Nurai Island. Der Name stammt vom arabischen Wort „Nur“, das mit „Licht“ übersetzt wird. Wie passend, denn wenn man sich hier die Beschaffenheit des fast gleißend weißen Strandes, die türkisblau leuchtende Farbe des Meeres und die harmonische Begrünung ansieht, könnte man fast meinen, man sei auf den Seychellen oder Malediven gelandet. Einfach magisch!

Das kleine private Eiland beherbergt 23 ultramoderne Luxusimmobilien direkt am Wasser; jede davon hat umgerechnet mindestens 5 Millionen Euro gekostet. Sie gehören wohlhabenden Einheimischen und dienen als Rückzugsort für Spontanurlaube außerhalb der hektischen und aufgeheizten Stadt. Auf den riesigen Grundstücken mit eigenem Pool und Privatstrand lässt es sich herrlich entspannen. Denn hier ist nicht nur die Umgebung wunderschön, sondern man genießt auch die hohen Privatsphäre-Standards, die auf Nurai Island gepflegt werden.

Ihr denkt jetzt bestimmt: Super, ist ja cool für die Schickeria – aber was habe ich damit zu tun? Ganz einfach: Dadurch, dass man inzwischen auf diesem außergewöhnlichen Fleckchen Erde ein Hotel – das Zaya Nurai Island Resort – eröffnet hat, ist die Insel auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Wer es sich leisten möchte, mietet sich für 800 bis 1.000 Euro pro Nacht in eine der zum Resort gehörenden Strandvillen ein. Wer nicht ganz so viel Geld ausgeben kann, aber dennoch für einen Tag in diesen unglaublichen Luxus eintauchen möchte, kann sich für umgerechnet ca. 110 Euro einen der limitierten Day Passes besorgen.

Für wen lohnt sich der Ausflug nach Nurai Island?

Natürlich ist das eine Stange Geld, die man nicht leichtfertig ausgibt. Insbesondere deswegen nicht, weil es ja in Abu Dhabi City auch schöne Strände gibt, für die man nur einen Bruchteil dieser Summe als Eintrittsobulus entrichten muss. Was dürft Ihr nun also ausgerechnet von Nurai Island erwarten? Warum ist ein Strandtag hier möglicherweise schöner als an anderen Stränden von Abu Dhabi? Dies hier sind die Vorteile, die ich für mich persönlich entdeckt habe – entscheidet selbst, ob das etwas für Euch wäre:

+ Die leichte Brise sorgt dafür, dass es auf Nurai Island immer ein paar Grad kühler ist als auf dem Festland. Ideal also für Leute, die in den sehr heißen Monaten reisen.

+ Es ist zwar eine kleine Insel, aber es gibt dennoch eine gute Auswahl an Lokalen: Ob mexikanisch, italienisch oder international: 7 Restaurants warten hier auf Gäste.

+ Neben der Möglichkeit im Meer zu baden, gibt es zwei Poolbereiche mit Infinity-Pools auf der Insel. Wenn beide geöffnet sind, kann man mit dem Buggy von A nach B fahren und beide ausprobieren.

+ Egal, wo ich stand oder wohin ich ging: Überall habe ich eine traumhaft schöne Aussicht genossen und ich hatte unaufhörlich das Bedürfnis, meine Kamera zu zücken. Blühende Sträucher, sattgrüne Wiesen, feinweißer Sand und natürlich das leuchtend blaue, kristallklare Wasser … Ein unwirklicher Ort, bei dem das Panorama zur maximalen Entspannung beiträgt.

+ Zum Tagespass gehört die An- und Abreise mit dem Speedboat. Damit zu fahren, ist ein eigenes kleines Erlebnis, nicht nur wegen der Geschwindigkeit, sondern weil man so auch eine tolle Sicht auf die am Wasser gebauten Luxushäuser hat. Mit etwas Glück besteht die Chance, Delfine zu sehen.

+ Die Atmosphäre ist einfach insgesamt gehoben und es sind viele Kleinigkeiten, die dafür sorgen, dass man sich fühlt wie ein VIP: Nicht nur, dass in den Duschräumen Pflegeprodukte von High-End-Marken stehen. Es ist hier unglaublich ruhig (auch weil hier keine Autos zugelassen sind!), alles sehr diskret und der Service sehr zuvorkommend.

+ Das Geld, das Ihr für den Pass bezahlt, ist gleichzeitig Euer Guthaben für Essen und Trinken auf der Insel. Das heißt, Ihr könnt in den dort ansässigen Hotelrestaurants und Poolbars damit bezahlen. Alkoholische Getränke werden auch angeboten. Wenn Ihr es schafft, verschlemmt also letztlich jeden bezahlten Euro. Für Handtücher und Liegen fallen keine Gebühren an.

So bereitet Ihr Euren Aufenthalt vor

Step 1: Tagespass ergattern

Die Anzahl der Pässe ist begrenzt, damit die Exklusivität des Inselerlebnisses erhalten bleibt. Deswegen solltet Ihr Euch vorab um einen Pass kümmern und besser nicht auf gut Glück zum Zaya Nurai Welcome Center fahren, wo man sich vor der Abfahrt einfinden muss. Es gibt drei Möglichkeiten:

  • Kontaktaufnahme über das Zaya Nurai Island Resort Hotel via Kontaktformular auf der Hotel-Webseite oder Nutzung der anderen dort angegebenen Kontaktmöglichkeiten.
  • Buchung über das Event- und Ausflugsportal „My Concierge„, das diverse Touren und Aktivitäten rund um die VAE anbietet.
  • Persönliche Anmeldung im Welcome Center. Ihr fahrt ein paar Tage vor dem geplanten Inselaufenthalt dort vorbei und lasst Euch für Euren Wunschtag vormerken.

Tagespass mit Hindernissen: So lief die Buchung bei mir

Da ich vorab gelesen hatte, dass es manchen Interessenten nicht gelungen ist, den Kontakt über Mail oder Telefon herzustellen, haben wir uns für die letzte Variante entschieden. Als wir mit dem Mietwagen auf Saadiyat Island unterwegs waren, suchten wir das Center auf, um uns zu registrieren. Auf der Theke war ein Aufsteller mit Preisinformationen zum Day Pass platziert und der Mitarbeiter wusste (scheinbar), was zu tun ist, denn er trug uns ohne Umschweife für unseren Wunschtag ein. Zahlen brauchten wir noch nichts.

Als wir dann wie abgemacht drei Tage später wieder im Welcome Center aufkreuzten, guckten die diensthabenden Mitarbeiter uns jedoch groß an und wussten von nichts. Kollegen (jedoch nicht wir) wurden in eine Diskussion involviert, man kramte hektisch in irgendwelchen Zetteln und tätigte Telefonanrufe. Worin genau das Problem bestand, hat man uns nicht mitgeteilt. Man gebot uns nur, Platz zu nehmen und zu warten. Als wenn nichts gewesen wäre, forderte man uns nach ca. 15 Minuten auf, in das nun abfahrbereite Speedboat einzusteigen.

An sich nicht weiter tragisch, dass man unsere Anmeldung offenbar verschlampt hatte – es hat ja letztlich alles geklappt. Aber ein bitterer Beigeschmack blieb: Was, wenn an diesem Tag schon die maximale Anzahl an Day-Pass-Besitzern vor uns auf die Insel befördert worden wäre? Dann hätten wir doof dagestanden. Deshalb mein Tipp: Solltet Ihr Euch auch persönlich dort anmelden wollen, lasst Euch sicherheitshalber eine Bestätigung geben.

Step 2: Bootsfahrt ab Zaya Nurai Welcome Center

Mindestens 10 Minuten, bevor das Boot abfährt, solltet Ihr Euch im Welcome Center eingefunden haben. Dort kann man es zur Not aber auch länger aushalten, denn der Wartebereich ist nett eingerichtet, klimatisiert und mit einer kleinen Bar sowie Toiletten ausgestattet. Draußen gibt es genügend kostenlose Parkplätze, einige davon sogar mit Sonnendach.

Diejenigen, die nicht mit dem Taxi, sondern mit dem Mietauto anreisen möchten, bekommen hier eine kleine Wegbeschreibung. Von der Corniche kommend nehmt Ihr die E12 und fahrt Richtung Saadiyat Island. Dann fahrt Ihr bei der Ausfahrt Saadiyat Beach East ab, haltet Euch bei der T-Kreuzung links und dann sofort nach der Brücke rechts. Da steht auch ein Hinweisschild, das ist allerdings auf den ersten Blick nicht sehr gut zu erkennen, sodass zumindest wir zunächst dran vorbeigefahren sind. Hier findet Ihr das Zaya Nurai Welcome Centre bei Google Maps.

Das erste Speedboat, das in Richtung Nurai Island aufbricht, startet morgens um 9:30 Uhr ab Saadiyat – danach geht bis 23:30 Uhr stündlich ein neues Boot. Wer die Insel wieder verlassen möchte, kann das ebenfalls jede Stunde tun, wobei das erste Boot um 9 Uhr fährt und das letzte um 23 Uhr. Seid pünktlich, wir haben während unseres Besuchs keine Verspätungen beobachten können!

Step 3: Ankunft auf Nurai Island

Als wir an Land gingen, wurden wir direkt von einer freundlichen Mitarbeiterin des Resorts in Empfang genommen und zum Poolbereich nahe der Rezeption begleitet. Dort mussten wir bezahlen (pro erwachsener Person AED 440), bekamen Handtücher und es wurde uns erklärt, wie das System mit dem Verpflegungsguthaben funktioniert.

Man bekommt keine Guthabenkarte, sondern wird quasi als Gast der Abteilung Food & Drink eingecheckt. Euer Guthaben wird personenbezogen im restaurantübergreifenden System vermerkt und so könnt Ihr jedes Lokal auf der Insel bargeldlos nutzen, bis der Kontostand auf Null steht. Dem Kellner meldet Ihr einfach mündlich, dass Ihr Tagesgast seid und wie Ihr heißt – dann weiß er sofort, dass er die Rechnung einfach von Eurem Guthaben abziehen muss.

Inselguthaben aufbrauchen: Gar nicht so leicht?

Ein bisschen unglücklich finde ich an dieser Lösung, dass man immer gezwungen ist, mitzurechnen oder nach jeder Bestellung das Restguthaben zu erfragen. Naja, oder man lässt es bleiben, macht sich nicht so viele Gedanken und zahlt schlimmstenfalls noch was drauf. Allerdings sind wir unser Guthaben nicht mal ganz losgeworden, sondern es sind insgesamt fast 70 Euro übrig geblieben.

Das mag daran gelegen haben, dass wir dem System erst misstraut hatten und sehr zögerlich beim Bestellen von Getränken im Poolbereich waren. Außerdem haben wir erst das Boot um 13:30 Uhr genommen und waren damit recht spät auf der Insel und brauchten kein Mittagessen mehr. Zu guter letzt haben wir kaum Alkohol getrunken. Angeblich – so eine Mitarbeiterin – geht es aber vielen Tagesbesuchern so, dass sie das Budget nicht aufgebraucht bekommen.

Ein Tag auf Nurai: 4 Insider-Tipps

!!! Der berühmte frühe Vogel … Klar: Wer früh kommt, hat die größte Auswahl bei der begrenzten Anzahl von Sonnenliegen. Dies mag allerdings vor allem dann wichtig sein, wenn man am Wochenende (Freitag & Samstag) auf die Insel fährt. Wir waren an einem Donnerstag im Mai dort und selbst als wir gegen 13:45 Uhr dort ankamen, waren nahezu noch alle Liegen frei.

!!! Wenn Ihr während Ramadan nach Nurai Island fahren möchtet, so ist das kein Problem. Beachtet aber, dass dann ggf. nicht alle Restaurants geöffnet sind. Wir waren während des heiligen Monats dort und obwohl nur ein Restaurant geschlossen war, hatten wir das Pech, dass der ganze zweite Pool- und Strandbereich um dieses Restaurant herum ebenfalls gesperrt war. Ausgerechnet der Bereich mit den Wasserschaukeln, den ich so gern besucht hätte.

!!! Denkt dran, dass Ihr das Guthaben von AED 440 komplett aufbrauchen dürft. Egal, ob für Speisen und Getränke (oder auch für das Spa-Angebot). Es gibt also keinen Grund, übermäßig viel Verpflegung mitzubringen. Zur Einordnung: Snacks wie Sandwich oder Nudelsalat am Pool kosteten ca. AED 100, ein Softdrink ca. AED 35 und ein Cocktail mit Alkohol AED 75. Knapp könnte es allerdings schon werden, wenn man direkt morgens hungrig auf der Insel ankommt und dann noch über den Tag verteilt ein paar Cocktails schlürfen möchte.

!!! Den Sonnenuntergang konnten wir vom Main Pool aus bzw. von der Terrasse des Restaurants Frangipiani aus sehr schön beobachten. Einfach zur rechten Zeit dort Platz nehmen, bestellen und beim Essen die Aussicht genießen.

Mein Fazit: Wiederholungsgefahr!

Ja – die Beschaffung des Day Passes war nicht so einfach. Es war zudem eine Schande, dass der zweite Strandabschnitt mit den Schaukeln nicht geöffnet hatte, obwohl ich vor allem darauf neugierig war. Zu allem Überfluss war mein Pilzgericht im Frangipiani leider keine kulinarische Offenbarung. Und insgeheim ärgere ich mich noch heute darüber, dass wir so viel Guthaben auf der Insel gelassen haben. Aber dennoch würde ich Nurai Island bei meiner nächsten Abu-Dhabi-Reise noch einmal besuchen.

Warum? Es war einfach sehr friedlich dort und auch, wenn man sich erst daran gewöhnen muss, fast ganz allein am Strand zu liegen oder im Restaurant zu sitzen, weiß man diese fast menschenleere Umgebung schnell zu schätzen. Denn immerhin bedeutet ein geringes Gästeaufkommen auf Nurai Island nicht, dass man keinen Service bekommt. Die atemberaubende Umgebung tat dann ihr übriges, indem sie einfach total positiv aufs Gemüt wirkte. Dass es ein bisschen kühler war als in der Stadt kam uns ebenfalls für einen Strandtag im Mai sehr gelegen.

Sarah
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Sarah

In Luxus-Hotels residieren. Durch Sanddünen wandeln. Dem Muezzin-Ruf lauschen. Die Hitze aushalten. Arabische Vorspeisen genießen. Architektonischen Wahnsinn bestaunen. Abu Dhabi lieben! :-)
Sarah
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